Alles begann 1873

Die Geschichte des Kulturhauses Alter Schützenhof beginnt 1873 – mit einem Kuriosum. Denn die Festhalle, errichtet für Festivitäten und für die Achimer, stürzt zusammen, noch bevor die Musik zum ersten Mal darin spielt. Ein Herbststurm und schlechte Arbeit – so ist überliefert – sind Schuld an der Baupanne des Johann Bischoff.
Beim zweiten Versuch beachtet der Gastronom die Regeln der Baukunst, und folgende Unwetter lassen den Schützenhof unversehrt. Das Gebäude trotzt allen Widrigkeiten und wird Austragungsort von Schützenfesten, Feuerwehrbällen, Feten, Konzerten, Versammlungen, theatralischen Aufführungen, politischen Kundgebungen und allem, was in einer Kleinstadt gefeiert oder gewürdigt wird.

Der Schützenhof übersteht selbst eine Krise in den 70er/80er Jahren des nächsten Jahrhunderts. Renovierungen sind nötig, doch der Betrieb der Veranstaltungshalle rechnet sich für die Besitzer nicht mehr. Die Stadt springt finanziell in die Bresche. Sie kauft das Gebäude und verpachtet es. So gelingt es, den großen Saal für Achim zu erhalten.

Ein neues Kapitel des Schützenhofes wird in den 80er Jahren aufgeschlagen. Ein Gruppe von Privatleuten aus Achim schickt sich an, kontinuierliche kommunale Kulturarbeit in der Kleinstadt am Rande Bremens zu organisieren. Der Gebäudetrakt mit Wohnhaus, Gaststätte und Festhalle scheint hierfür die geeignete Räumlichkeit. Nach vielen Diskussionen und Überzeugungsarbeit war es im Herbt 1986 soweit: Der Rat der Stadt Achim beschließt, den Schützenhof zu renovieren und als Kulturhaus zu nutzen.

Eine Arbeitsgruppe aus interessierten Verbänden und Einzelpersonen unter der Führung von Bürgermeister Christoph Rippich begleitet den Umbau des Hauses und entwickelt ein Konzept für dessen Nutzung.

Ein Verein wird gegründet und übernimmt seitdem die Trägerschaft für das Haus. Im April 1990 wird das Kulturhaus Alter Schützenhof, kurz KASCH, mit dem Einzug der Musen feierlich eröffnet.

In dem Maße, wie das KASCH zum Publikumsmagneten wächst, schwinden die Vorbehalte gegen das Haus. Es entwickelt sich zu einem Marktplatz, auf dem die unterschiedlichsten kulturellen Lebensentwürfe zu bestaunen sind. Heute treffen sich rund 68 Gruppen regelmäßig im Kulturhaus. Es sollen noch mehr werden, denn die bisherigen drei Räume und der Saal des KASCH sind um einen kleinen Saal, ein Atelier und einen Seminarraum erweitert worden.

Die große Veranstaltungshalle von Johann Bischof ist inzwischen Geschichte. Denn den Zahn der Zeit hatte sie nicht abwehren können: Altersschwach musste sie im Juni 2002 abgerissen werden. Sofort ist sie jedoch durch einen neuen Saal ersetzt worden. Denn an der Idee des Johann Bischof, eine große Halle für alle Achimer zu schaffen, hat niemand gerüttelt.

Kasch im Jahre 2005